FOREX Scalper’s Blog

Scalping und die Trendfolge

verfasst am 02.02.2009, in Kategorie Strategie

Wenn man im so genannten intraday-Zeitfenster handelt gibt es zwei verschiedene Handelsstrategien, die die Zeitdauer der Trades bestimmen, nach denen man handeln kann:

  • Das Scalping
  • Die Trendfolge

Nun möchte ich zuerst auf das Scalping eingehen. Scalping ist eine Bezeichnung für ein sehr kurzfristiges Handelsmuster. Dabei wird eine Position nur ein paar Sekunden oder Minuten gehalten. Das hat zumeist einen Gewinn von nur ein paar PIPS zur Folge (es sei denn man erwischt einen wirklich starken Kursausbruch). Aus diesem Grund sollten hierbei die folgenden Punkte beherzigt werden:

  1. Die Positionsgröße muss hoch sein damit sich das Trading nach dieser Taktik lohnt.
  2. Da die Positionsgröße relativ hoch ist, darf unter keinen Umständen der Verlust lange “laufen gelassen” werden. D.h. das bei dem Verlust von wenigen PIPS der Handel bereits geschlossen werden muss. Diese PIPS-Grenze sollte man sich vorher in aller Ruhe ausrechnen. Dabei sollte bei einem Einsatz von beispielsweise 50 % der Depotgröße maximal 3 % des Gesamtkapitals durch einen Verlust-Trade risikiert werden. Selbstverständlich lassen sich diese Zahlen entsprechend anpassen. Ich eröffne Trades beispielsweise mit 30 % der Depotgröße. Besser ist auch, man minimiert das Risiko zu anfang auf 1-2 %.
  3. Der Einstieg sollte sorgfältig mit extrem guten Timing gewählt werden. Scalpen mit langsamer Internetverbindung oder über einen Broker mit sehr hoher Latenz sollte dementsprechend vermieden werden. Das Scalpen mit dem MetaTrader ist aus dem Grund bei einigen Brokern auch so eine Sache …
  4. Wenn man unsicher ist – besser nicht einsteigen.
  5. Der Ausstieg sollte dann erfolgen, sobald sich ein Retracement der Bewegung (Up- oder Downtrend), einstellt. Nicht warten – nicht zögern -> gleich raus!
    Das Retracement kann dann weiter beobachtet werden bis der Kurs wieder dazu ansetzt, sich in die gewünschte Richtung zu entwickeln.

Ungefähr genauso stressig aber weniger durch Aktionen des Traders geprägt ist der Handel nach der Trendfolge. Hierbei muss ein Trend klar erkannt werden. Dies kann zum Beispiel durch Ausbruch aus einem Seitwärtstrend (einer Konsolidierungsphase) erfolgen. Sobald dieser Ausbruch stattfindet, sollte möglichst frühzeitig eine Handelsposition eröffnet werden. Dabei sollte beachtet werden:

  1. Die Handelsposition muss bedeutend kleiner gewählt werden als beim Scalping, da hierbei auch Bewegungen in der “verkehrten Richtung” mitgemacht werden können so lange dadurch nicht das eigentlich Handelssignale (das angibt, dass jetzt ein Auf- oder Abwärtstrend begonnen hat) ausgehebelt wird.
  2. Nach der Entwicklung eines Trends in die gewünschte Richtung kann dann, wenn der Kurs eine Korrekturbewegung durchmacht, nachgekauft werden. Die Positionsgröße sollte hierbei in etwa so groß wie bei der ersten Position oder ggf. auch größer sein.
  3. Der StopLoss kann für alle offenen Positionen auf den selben Punkt nachgezogen werden (etwa unterhalb eines SweetPoints [z.B. einer runden Kurszahl] bei Aufwärtstrends).
  4. Das selbe Muster kann beliebig oft wiederholt werden, so lange genügend Kapital vorhanden ist und der Kurs sich in die selbe Richtung bewegt. Sobald das Signal gebrochen ist (z.B. durch Verlassen des Trendkanals oder einem Schnittpunkt der verwendeten gleitenden Durchschnitte) sollte alle Positionen geschlossen werden.

So, ich hoffe hiermit konnte ich die beiden Strategien im Groben mal umreißen. Ich war zu Beginn meiner Aktivitäten auf dem Forex Markt ein ziemlicher Fan vom Scalping. Es ist auch meiner Meinung nach nicht sonderlich riskant, so lange man das oben erwähnte strikte Risk Management beherzigt und die Positionen sofort schließt wenn sie ins negative abzugleiten drohen. Es braucht allerdings einiges an Übung, die richtigen Chartformationen zu erkennen und den richtigen Einstiegspunkt zu finden. Ich bin hierbei bei weitem nicht perfekt….

Was die Trendfolge anbelangt so “knallt” da der Gewinn so richtig rein und lässt das Geld im Depot klingeln, wenn man frühzeitig einen starken Trend erkannt hat und eingestiegen ist. Allerdings liegt hier auch gerade die große Schwierigkeit: Wann hat ein Trend nun begonnen? Dazu habe ich hier im Blog schon ein paar Strategien gepostet, die ausprobiert, verwendet und optimiert werden können. Die Erfolgsquote ist dabei allerdings zumeist doch eher schlecht – entweder der Indikator hat einen Fehlausschlag produziert oder der Trend wurde einfach zu spät erkannt. Die Fehlerquote liegt auch bei meinem z.Zt. verwendeten System (Guppy) sehr hoch. Die psychische Belastung ist demzufolge auch etwas höher. Wenn man es aber schafft, nach einem Trendfolgesystem konsequent zu handeln, bleibt der Erfolg sicherlich nicht aus. Verluste einzufahren und eine Position nach der anderen zu schließen gehören einfach dazu! Wenn man 5x “ins Klo greift” á -8 PIPS und dafür der 6. Trade ein richtig starker Trend wird, der mindestens 40 PIPS Gewinn (dank dem Nachkaufen auch mit einer höheren Positonsgröße) einbringt, dann funktioniert das verwendete System in der Form!

Nicht entmutigen lassen.
Ausprobieren – traden – optimieren!

Viel Erfolg, Leute!

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2 Kommentare zu diesem Beitrag:
  1. Niko

    Hallo,
    nette Infos, Danke

    Übrigens, meine Trades kann man in meinem Blog nachverfolgen: http://www.forexblog.at/

    greetz
    Niko

  2. Scalping Man

    Schön das dir der Blog-Beitrag gefallen hat!
    Ich werde versuchen, meine Qualität beizubehalten oder gar zu verbessern und dabei allerdings das Trading nicht aus den Augen zu verlieren.

    Jetzt schaue ich aber zuerst mal bei dir vorbei… ;)
    Grüße vom Scalping Man!

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